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Telekonsil

in der Dermatologie

Zielgruppe: Hausärzte, Fachärzte, Kliniken, Reha-Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen

Bei unklaren oder abklärungsbedürftigen Hautveränderungen kann ein Dermatologe per Telekonsil ohne direkten Patientenkontakt eine fachärztliche Einschätzung geben. Dafür werden Anamnese, klinische Informationen und insbesondere Fotos digital übermittelt. Der Dermatologe beurteilt den Fall und gibt eine Diagnose- bzw. Verdachtsdiagnose zurück.

Telekonsil

in der Dermatologie

Zielgruppe: Hausärzte, Fachärzte, Notaufnahmen, Kliniken, Reha-Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen

Bei unklaren oder abklärungsbedürftigen Hautveränderungen kann ein Dermatologe heute bereits ohne direkten Patientenkontakt eine fachärztliche Einschätzung geben. Dafür werden Anamnese, klinische Informationen und insbesondere Fotos digital übermittelt. Der Dermatologe beurteilt den Fall und gibt eine Diagnose- bzw. Verdachtsdiagnose zurück.

Im Überblick

Was ist ein dermatologisches Telekonsil?

Ein dermatologisches Telekonsil ist eine ärztliche Beratung von Arzt zu Arzt, bei der eine dermatologische Fragestellung digital an einen Dermatologen übermittelt und von diesem fachlich beurteilt wird. Das Telekonsil kann asynchron oder synchron beispielsweise als Videokonsil erfolgen.

Für die Dermatologie ist das asynchrone Verfahren besonders interessant, weil Hautbefunde fotografisch sehr gut dokumentiert und zeitversetzt beurteilt werden können. 

Wie funktioniert ein dermatologisches Telekonsil?

Der Ablauf lässt sich in vier Schritte unterteilen:

  1. Erfassen
    Der behandelnde Arzt untersucht den Patienten und dokumentiert die Hautveränderung. Dazu gehören Anamnese, klinischer Befund und geeignete Foto- bzw. Dermatoskopieaufnahmen.

  2. Übermitteln
    Die Informationen werden zusammen mit einer konkreten medizinischen Fragestellung sicher digital an einen Dermatologen übertragen.

  3. Bewerten
    Der Dermatologe beurteilt die übermittelten Informationen und Bilder und erstellt eine konsiliarische Einschätzung.

  4. Reagieren
    Der behandelnde Arzt erhält die Empfehlung und entscheidet über das weitere Vorgehen. Je nach Befund kann dies beispielsweise eine weitere Behandlung vor Ort, eine Verlaufskontrolle, eine zeitnahe Überweisung oder eine dringliche persönliche Vorstellung beim Dermatologen umfassen.

Für ein qualitativ hochwertiges Telekonsil sind insbesondere folgende Informationen relevant:

  • Patientendaten: Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Versichertendaten, behandelnde Praxis / Einrichtung
  • Medizinische Informationen: aktuelle Beschwerden, Beginn und Verlauf, Lokalisation, Symptome, relevante Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien, bisherige Behandlung, konkrete Fragestellung an den Dermatologen
  • Bildmaterial
    Wer sind die Betroffenen?

    Ein dermatologisches Telekonsil ist grundsätzlich für Patienten geeignet, bei denen eine dermatologische Fragestellung fachärztlich abgeklärt werden soll, ohne dass unmittelbar eine persönliche Vorstellung beim Dermatologen erforderlich ist.

    Besonders interessant sind Telekonsile für:

    • Patienten in ländlichen Regionen
    • Menschen mit eingeschränkter Mobilität
    • Pflegeheimbewohner
    • Patienten in Krankenhäusern ohne eigene Dermatologie
    • Patienten in Notaufnahmen
    • Patienten in Reha-Einrichtungen
    • hausärztlich betreute Patienten mit unklaren Hautveränderungen
    • Patienten mit chronischen Hauterkrankungen
    • Patienten mit Wunden oder Ulzerationen
    Welche Ziele sollen erreicht werden?

    Ein dermatologisches Telekonsils verfolgt folgende Ziele:

    • schnelleren Zugang zu dermatologischer Expertise ermöglichen
    • Wartezeiten auf Facharzttermine reduzieren
    • unnötige Überweisungen vermeiden
    • unnötige Patiententransporte vermeiden
    • dermatologische Expertise auch in ländlichen Regionen verfügbar machen und Patienten stärker wohnortnah versorgen
    • Diagnosen frühzeitig absichern
    • Hausärzte bei dermatologischen Fragestellungen unterstützen
    • stationäre und ambulante Versorgung besser vernetzen
    • Ressourcen in Dermatologie und Kliniken effizienter einsetzen
    • die Versorgung von Pflegeheimbewohnern und immobilen Patienten verbessern

    Benötigte Technik

    Kamera

    Eine gute Bildqualität ist für die teledermatologische Beurteilung entscheidend. Die Kamera sollte eine ausreichende Auflösung, eine möglichst naturgetreue Farbwiedergabe und eine gute Ausleuchtung des Hautbefundes ermöglichen. Je nach Anwendung können standardisierte Aufnahmeeinstellungen und definierte Abstände zur Haut sinnvoll sein.

    Unsere Erfahrung: Eine normale Handy-/Tabletkamera ist ausreichend für die Dokumentation der Hautveränderung.

    Endgerät

    Für die Erfassung und Übermittlung der Befunde können Computer, Tablets oder Smartphones eingesetzt werden. Das Endgerät sollte bestenfalls über eine geeignete Kamera verfügen, sodass keine zusätzliche externe Kamera notwendig ist. Zudem muss es eine Verbindung zur Telekonsilplattform ermöglichen.

    Telekonsilplattform

    Die zentrale Software ermöglicht die strukturierte Anlage eines Konsilfalls, die Erfassung relevanter medizinischer Informationen, das Hochladen von Bildmaterial sowie die Übermittlung der konkreten Fragestellung an den Dermatologen. Die fachärztliche Einschätzung und Therapieempfehlung können anschließend digital zurückübermittelt und dokumentiert werden.

    Digitales Dermatoskop

    Bei pigmentierten oder anderweitig auffälligen Hautveränderungen kann ein digitales Dermatoskop eingesetzt werden. Es ermöglicht die Aufnahme vergrößerter Bilder, die anschließend zusammen mit den klinischen Aufnahmen an den Dermatologen übermittelt werden können.

    Videosprechstunde

    Über eine KBV-zertifizierte Videosoftware kann die Durchführung einer sicheren und datenschutzkonformen Videosprechstunde erfolgen. Befunde und Beschwerden können im direkten Gespräch besprochen, Rückfragen geklärt und eine fachärztliche Einschätzung einschließlich Therapieempfehlung gegeben werden. Die Ergebnisse des Videokonsils können anschließend digital dokumentiert werden.

    Unsere Erfahrung: In den meisten Fällen ist ein Schriftkonsil ausreichend.

    Projekte

    Folgende Einrichtungen oder Projekte setzen den Anwendungsfall um. 

    Für Kliniken, die nicht über eine eigene Hautklinik verfügen, bietet die Dermatologie der Uniklinik Marburg die Möglichkeit zur Vernetzung bei dermatologischen Fragestellungen an. Dieses Angebot steht allen Kliniken deutschlandweit offen. 

    Der Häusärzteverband Baden-Württemberg unterstützt Hausärzte im Bereich der Dermatologie mit TeleScan. Die Software bietet die Möglichkeit, im Rahmen der elektronischen Arztvernetzung (eAV) oder über KIM ärztliche Telekonsile zwischen Hausärzten und Dermatologen durchzuführen. 

    Das Telekonsil des Bayerischen Hausärzteveband e.V. (BHÄV) vernetzt Haus- und Fachärzte bayernweit um Patienten mit Diabetes, insbesondere mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS), schnell und leitliniengerecht zu versorgen.

    Bayern

    Finanzierung

    Diese Finanzierungsmöglichkeiten stehen Ihnen aktuell zur Verfügung 

    Für die Abrechnung von Telekonsilen wurden drei Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Eine zusätzliche Telekonsil-Vereinbarung regelt die technischen und fachlichen Voraussetzungen. 

    Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

    Die visuelle symptomatische klinische Untersuchung (z.B. von Hautveränderungen) mittels Videoübertragung kann analog mit der Nr. 5 GÖA abgerechnet werden. 

    Quelle: Bundesärztekammer

    Expertenmeinung

    Das sagen Anwender und Wissenschaftler zur Umsetzung

    Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie am UKGM

    "Wir haben bei unseren ersten Konsilen gesehen, dass wir auf diese Weise mit guter Verlässlichkeit Hauterkrankungen diagnostizieren und Therapieempfehlungen geben können."

      Hier geht's zu weiteren Anwendungsfällen

      Stöbern Sie mit unserem Telemedizin-Atlas durch weitere Anwendungsfälle entlang der gesamten Versorgungskette.