Telemedizinraum
für ländliche Kommunen
Zielgruppe: Kommunen, Gemeinden, Hausarztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Gesundheitszentren
In ländlichen Regionen stehen Kommunen zunehmend vor der Herausforderung, eine wohnortnahe medizinische Versorgung sicherzustellen. Lange Wege zu Arztpraxen, eine geringe Arztdichte und fehlende Nachfolger für Hausarztpraxen können insbesondere für ältere oder weniger mobile Menschen zu Versorgungshürden führen. Ein Telemedizinraum kann hier eine ergänzende Versorgungsstruktur schaffen. Er ermöglicht es Patienten, Untersuchungen wohnortnah wahrzunehmen, während die ärztliche Expertise über Telemedizin zugeschaltet wird.
Telemedizinraum
für ländliche Kommunen
Zielgruppe: Kommunen, Gemeinden, Hausarztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Gesundheitszentren
In ländlichen Regionen stehen Kommunen zunehmend vor der Herausforderung, eine wohnortnahe medizinische Versorgung sicherzustellen. Lange Wege zu Arztpraxen, eine geringe Arztdichte und fehlende Nachfolger für Hausarztpraxen können insbesondere für ältere oder weniger mobile Menschen zu Versorgungshürden führen. Ein Telemedizinraum kann hier eine ergänzende Versorgungsstruktur schaffen. Er ermöglicht es Patienten, Untersuchungen wohnortnah wahrzunehmen, während die ärztliche Expertise über Telemedizin zugeschaltet wird.
Im Überblick
Ein Telemedizinraum ist ein speziell ausgestatteter Raum, in dem Patienten wohnortnah medizinisch untersucht und telemedizinisch mit einer Arztpraxis verbunden werden können.
Die Untersuchung erfolgt durch eine geschulte Fachkraft vor Ort. Mithilfe telemedizinischer Messgeräte können beispielsweise Blutdruck, Blutzucker, EKG sowie Herz- und Lungengeräusche erfasst werden. Die erhobenen Daten werden digital an eine angebundene Arztpraxis übermittelt. Der Arzt kann die Untersuchung aus der Ferne beurteilen und sich bei Bedarf per Video direkt zum Gespräch mit der Fachkraft und dem Patienten zuschalten.
Damit entsteht eine Verbindung aus persönlicher Betreuung vor Ort und ärztlicher Expertise aus der Ferne.
Der Ablauf lässt sich grundsätzlich in fünf Schritte unterteilen:
-
Termin vereinbaren
Der Patient vereinbart einen Termin im Telemedizinraum. Die konkrete Organisation kann beispielsweise über eine Kommune, Pflegeeinrichtung oder eine kooperierende Arztpraxis erfolgen. -
Untersuchung vor Ort
Eine geschulte Fachkraft empfängt den Patienten und führt die vereinbarten Untersuchungen durch. Je nach Fragestellung können unterschiedliche Vitalparameter und medizinische Befunde erhoben werden. -
Daten digital übermitteln
Die erhobenen Werte werden über ein telemedizinisches System strukturiert an die angebundene Arztpraxis übertragen. -
Ärztliche Einschätzung
Der Arzt beurteilt die übermittelten Daten. Bei weiterem Gesprächs- oder Untersuchungsbedarf kann er sich per Video zum Termin zuschalten. -
Weiteres Vorgehen abstimmen
Gemeinsam mit dem Patienten und der Fachkraft wird das weitere Vorgehen besprochen. Je nach Ergebnis kann beispielsweise eine weitere Untersuchung, Behandlung oder ein persönlicher Arzttermin erforderlich sein.
Ein Telemedizinraum kann insbesondere für Kommunen und Regionen interessant sein, in denen die hausärztliche Versorgung vor besonderen Herausforderungen steht.
Mögliche Zielgruppen sind:
- Menschen ohne festen und keinem Hausarzt
- ältere oder weniger mobile Menschen
- Menschen mit langen Anfahrtswegen zu Arztpraxen
- Patienten in ländlichen oder strukturschwachen Regionen
- Menschen, bei denen eine ärztliche Einschätzung erforderlich ist, die aber nicht zwingend einen persönlichen Praxisbesuch benötigen
- Bewohner von Pflegeeinrichtungen
- Kommunen, die bestehende Versorgungslücken überbrücken möchten
Welche Untersuchungen und Patientengruppen sinnvoll über einen Telemedizinraum versorgt werden können, sollte vor Ort gemeinsam mit den beteiligten Ärzten sowie den Fachkräften festgelegt werden.
Ein Telemedizinraum kann dazu beitragen,
- medizinische Versorgung wohnortnah verfügbar zu machen,
- Wege für Patienten zu reduzieren,
- ärztliche Ressourcen gezielter einzusetzen,
- Pflegefachkräfte bei der Versorgung zu unterstützen,
- Patienten auch ohne unmittelbare ärztliche Präsenz untersuchen zu können,
- den Zugang zu hausärztlicher und gegebenenfalls fachärztlicher Expertise zu erleichtern und
- bestehende Versorgungsstrukturen in ländlichen Kommunen zu ergänzen
Dabei ersetzt der Telemedizinraum nicht grundsätzlich den persönlichen Arztbesuch. Vielmehr ergänzt er die vorhandenen Versorgungsangebote um eine zusätzliche Möglichkeit der Untersuchung und ärztlichen Kommunikation.
Benötigte Technik
Software / Plattform / App
Für die Durchführung der Untersuchung wird ein geeignetes telemedizinisches System benötigt. Dieses ermöglicht die strukturierte Erfassung, Übertragung und Dokumentation der erhobenen medizinischen Daten sowie die Kommunikation zwischen der Fachkraft vor Ort und der Arztpraxis.

Videosprechstunde
Eine KBV-zertifizierte Videosoftware ermöglicht die direkte Kommunikation zwischen Patient, Fachkraft und Arzt. Der Arzt kann sich bei Bedarf während der Untersuchung zuschalten und die erhobenen Befunde gemeinsam mit der Fachkraft und dem Patienten besprechen.
Medizinische Messgeräte
Für die Untersuchung vor Ort werden je nach Versorgungsszenario geeignete telemedizinische Messgeräte eingesetzt, beispielsweise ein digitales Stethoskop, EKG, Blutdruckmessgerät oder Blutzuckermessgerät. Die erhobenen Werte können digital an die zugeschaltete Arztpraxis übermittelt und dort unmittelbar beurteilt werden.

Räumliche Ausstattung
Der Telemedizinraum sollte eine vertrauliche und möglichst barrierearme Untersuchung ermöglichen. Neben ausreichend Platz für die medizinische Ausstattung sind insbesondere eine stabile Internetverbindung, geeignete Sitz- und Untersuchungsmöglichkeiten sowie eine ruhige Umgebung für die Videosprechstunde erforderlich.
Projekte
Folgende Einrichtungen oder Projekte setzen den Anwendungsfall um.
Finanzierung
Diese Finanzierungsmöglichkeiten stehen Ihnen aktuell zur Verfügung
Kommunalförderrichtlinie (KoFöR)
Der Freistaat Bayern unterstützt Gemeinden im ländlichen Raum mit bis zu 150.000 Euro bei Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der ambulanten medizinischen Versorgung.
Expertenmeinung
Das sagen Anwender und Wissenschaftler zur Umsetzung
Dr. Asarnusch Rashid
"Ärzte bezeichneten das Konzept des Telemedizinraums als "echten Gamechanger", gerade für die Versorgung in ländlichen Regionen. Sie berichten von anfänglicher Skepsis seitens der Patienten gegenüber der Telemedizin, die sich allerdings durch positive Erfahrungen zu großer Begeisterung entwickelte. Die Patienten verspüren Erleichterung nach ihrem Besuch und einer ersten Abklärung. "
Steffen Schmitt
"Aus technischer Sicht benötigt es eine gute Einarbeitung in die eingesetzten Systeme und dazu motivierte Fachkräfte. Ablaufschemata haben sich als hilfreich für eine gemeinsame Evaluation durch alle Akteure erwiesen. Der Ansatz ist einfach auf verschiedene Anwendungsszenarien (z.B. auch im Pflegeheim, mit Fachärzten, etc.) übertragbar ohne eine Anpassung der Technik. "
Medien, Studien und Infomaterial
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Anwendungsfall zuletzt aktualisiert: 01.10.2026

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