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Telerehabilitation

bei Long/Post-COVID

Zielgruppe: Reha-Einrichtungen, Kliniken, Hausärzte, Fachärzte, Therapeuten

Menschen mit Long/Post-COVID leiden häufig über längere Zeit unter unterschiedlichen und wechselnden Beschwerden, die die Lebensqualität stark einschränken können. Digitale Anwendungen und teletherapeutische Angebote ermöglichen es, Rehabilitationsmaßnahmen auch nach einer stationären oder ambulanten Behandlung wohnortnah fortzuführen, den Therapieverlauf zu begleiten und die beteiligten Berufsgruppen miteinander zu vernetzen.

Telerehabilitation

bei Long/Post-COVID

Zielgruppe: Reha-Einrichtungen, Kliniken, Hausärzte, Fachärzte, Therapeuten

Menschen mit Long/Post-COVID leiden häufig über längere Zeit unter unterschiedlichen und wechselnden Beschwerden, die die Lebensqualität stark einschränken können. Digitale Anwendungen und teletherapeutische Angebote ermöglichen es, Rehabilitationsmaßnahmen auch nach einer stationären oder ambulanten Behandlung wohnortnah fortzuführen, den Therapieverlauf zu begleiten und die beteiligten Berufsgruppen miteinander zu vernetzen.

Im Überblick

Was ist eine digitale Rehabilitation bei Long/Post-COVID?

Eine digitale bzw. teletherapeutische Rehabilitation ergänzt die klassische Rehabilitation durch digitale Kommunikations- und Dokumentationsmöglichkeiten. Patienten können beispielsweise therapeutische Übungen und Maßnahmen wohnortnah fortführen, ihren Gesundheits- und Therapieverlauf dokumentieren und regelmäßig mit den behandelnden Fachkräften kommunizieren.

Dabei steht eine individuell auf die Beschwerden, Belastbarkeit und Rehabilitationsziele abgestimmte Versorgung im Vordergrund. Besonders bei Long/Post-COVID ist eine flexible Anpassung der Therapie wichtig, da Belastbarkeit und Symptome von Person zu Person sehr unterschiedlich sein können.

Wie funktioniert die digitale Rehabilitation?

Der Ablauf lässt sich in vier Schritte unterteilen:

  1. Erfassen
    Zu Beginn werden Beschwerden, Funktionsfähigkeit, Belastbarkeit und individuelle Rehabilitationsziele erfasst. Dazu können medizinische Befunde, Fragebögen, Funktionstests und Informationen aus der bisherigen Behandlung gehören.

  2. Planen
    Auf Grundlage der individuellen Situation wird gemeinsam mit den Betroffenen ein Rehabilitationsplan erstellt. Dieser kann beispielsweise physiotherapeutische, ergotherapeutische, logopädische, psychologische oder ärztliche Maßnahmen umfassen.

  3. Begleiten
    Die vereinbarten Maßnahmen werden digital unterstützt und wohnortnah durchgeführt. Über eine geeignete Plattform können beispielsweise Termine, Übungen, Rückmeldungen und Verlaufskontrollen organisiert werden. Bei Bedarf können Videogespräche oder teletherapeutische Einheiten durchgeführt werden.

  4. Anpassen
    Die erhobenen Informationen und Rückmeldungen werden regelmäßig ausgewertet. Die behandelnden Fachkräfte können die Therapie an den aktuellen Gesundheitszustand und die individuellen Ziele anpassen.

    Wer sind die Betroffenen?

    Eine rehabilitative Versorgung kommt insbesondere für Menschen infrage, die nach einer COVID-19-Erkrankung an länger anhaltenden Beschwerden und Einschränkungen leiden und einen medizinischen Rehabilitationsbedarf haben.

    Besonders relevant kann eine digital unterstützte Rehabilitation sein für:

    • Betroffene nach stationärer oder ambulanter Rehabilitation
    • Betroffene mit eingeschränkter Mobilität
    • Betroffene mit weiter Anreise zu spezialisierten Reha-Angeboten
    • Betroffene in ländlichen oder strukturschwachen Regionen
    • Betroffene, deren Belastbarkeit eine häufige Anreise erschwert
    • Betroffene, die eine kontinuierliche therapeutische Begleitung benötigen
    • Betroffene mit komplexem, interdisziplinärem Rehabilitationsbedarf
    Welche Ziele sollen erreicht werden?

    Das übergeordnete Ziel der digital unterstützen Rehabilitation ist es, die Rückkehr in Alltag und Beruf zu erleichtern und Einschränkungen der Selbstständigkeit und Teilhabe zu reduzieren.

    Weitere Ziele sind:

    • Rehabilitationsmaßnahmen wohnortnah fortführen
    • kontinuierliche therapeutische Begleitung ermöglichen
    • individuelle Belastungsgrenzen berücksichtigen
    • Verschlechterungen und Überlastungen möglichst vermeiden
    • Funktionsfähigkeit und Selbstständigkeit im Alltag verbessern
    • körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit schrittweise fördern
    • verschiedene an der Rehabilitation beteiligte Berufsgruppen besser vernetzen
    • den Austausch zwischen Reha-Einrichtung, behandelnden Ärzten und Therapeuten verbessern
    • unnötige Wege und Patiententransporte reduzieren
    • den Rehabilitationsverlauf strukturiert dokumentieren

    Benötigte Technik

    Software / Plattform / App

    Eine geeignete Plattform ermöglicht die sichere Kommunikation zwischen Patienten und den beteiligten Fachkräften. Je nach Anwendung können dort Termine, Therapie- und Übungspläne, Fragebögen, Verlaufskontrollen oder auch Lernkurse gebündelt werden. 

    Endgerät

    Ein Endgerät wie Computer, Tablet oder Smartphone ist auf Arzt- und Patientenseite notwendig. Es dient der Kommunikation auf beiden Seiten und ermöglicht dem Patienten die Inhalte seiner Telereha zu absolvieren. 

    Videosprechstunde

    Über eine KBV-zertifizierte Videosoftware können Gespräche zwischen Arzt bzw. Therapeut und Patient sicher und datenschutzkonform geführt werden. 

    Projekte

    Folgende Einrichtungen oder Projekte setzen den Anwendungsfall um. 

    POSCOR hat zum Ziel, den Reha-Zugang für Post-COVID-Erkrankte zu vereinfachen und die bedarfsgerechte medizinische Rehabilitation zu verbessern. Dazu wurde eine App entwickelt, mit der Patienten einen vereinfachten Reha-Antrag stellen können. Zudem beinhaltet diese vielfältige Inhalte, um die Wartezeit bis zu einer Reha zu überbrücken und die Patienten im Anschluss weiterhin zu begleiten. 

    Bayern

    Im ASAP Projekt wurden verschiedene Komponenten vereint, um Patienten mit Long/Post-COVID zeitnah zu rehabilitieren. Dazu gehörte ein dreitägiger stationärer Aufenthalt in einer Reha-Klinik für ein individuelles Assessment sowie die Versorgung durch Lotsen. Diese begleiten die Patienten und vermitteln digitale Behandlungsmaßnahmen, angepasst auf die Ergebnisse aus dem Assessment. 

    Bayern

    Die randomisiert-kontrollierte "ReLoaAd 2.0" Studie erforscht die Effekte einer digitalen Rehabilitationsnachsorge im Anschluss an eine dreiwöchige stationäre Reha-Maßnahme von Patienten mit Post/Long-COVID. Die Nachsorge erfolgte über einen Zeitraum von drei Monaten und beinhaltet Komponenten der Physio-, Trainings- und Körpertherapie sowie Schulungen.  

    Bayern

    Im AmRe-LoCO Projekt wurde ein ambulantes, digital unterstütztes Rehabilitationskonzept aufgebaut. Für das Konzept der hybriden Rehabilitation werden ambulante Leistungen wie etwa fachärztliche Betreuung, Psycho- oder Physiotherapie sowie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen mit digitalen Angeboten für Zuhause kombiniert und dabei jeweils individuell an die Bedarfe der Patienten angepasst.

    Finanzierung

    Diese Finanzierungsmöglichkeiten stehen Ihnen aktuell zur Verfügung 

    Die DRV unterstützt Modellprojekte zur Erprobung einer digital flexibilisierten medizinischen Rehabilitation (DigiFlexReha). 

    Quelle: Deutsche Rentenversicherung (DRV)

    Expertenmeinung

    Das sagen Anwender und Wissenschaftler zur Umsetzung

    Leitung Forschung und Entwicklung, Zentrum für Telemedizin e.V.

    "Aus unserem Netzwerk erfahren wir durchweg positive Rückmeldungen von Patienten zur Telerehabilitation. Besonders gut kommen Entspannungsübungen sowie interaktive Inhalte an, die das Reha-Programm abwechslungsreich gestalten. Erfahrungen zeigen zudem, dass die Programme möglichst einfach und kurzweilig gestaltet sein müssen, aufgrund der bei vielen Patienten bestehenden Fatigue."

      Hier geht's zu weiteren Anwendungsfällen

      Stöbern Sie mit unserem Telemedizin-Atlas durch weitere Anwendungsfälle entlang der gesamten Versorgungskette.